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Innenraum

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Durch ein einfach gestaltetes Vorzeichen betreten wir die Kirche. Überrascht bleiben wir stehen. Ein heller, freundlicher Raum umfängt uns. Die Kirche ist in einer lebensfrohen Zeit entstanden, die uns den Baustil des Barock und Rokoko schenkte. Die Künstler haben einen fest- lichen Raum gestaltet, durch dessen Rund- bogen- und Querovalfenster viel Licht herein- flutet, das in Formen und Farben belebt. Die frisch getünchten Wände erstrahlen in blendendem Weiß; reiche Stuckverzierungen unterbrechen spielerisch die glatten Flächen. Hauptmotive sind Bandel- und Laubwerk mit Gitterfeldern.

Nicht übersehen können wir die über dem Chorbogenscheitel sehr plastisch gearbeitete Kartusche mit dem gemalten Wappen des Domkapitels und eine nach beiden Seiten über die ganze Raumbreite gespannte, von Putten gehaltene Vorhangdraperie. Die vortrefflich gestalteten Altäre mit ihren schlanken Säulen, dem reichen Zierrat, den in kühnen Stellungen sitzenden und schwebenden Engeln, sowie den eindrucksvollen Bildern und plastischen Darstellungen  ziehen die Blicke auf sich. Auch die Decken sind nicht kahl. Farbenfrohe Gemälde und moderne Medaillons füllen sie aus.

Die Kanzel aus Holz, rot-grau marmoriert, ist ein Werk aus dem frühen 18. Jahrhundert. An den gewölbten Unterbau schließt sich ein fünf- seitiger Korb an. In den Muschelnischen, die von toskanischen Säulen gerahmt sind, stehen Statuen, die die vier großen abendländischen Kirchenlehrer Ambrosius, Augustinus, Hieronymus und Gregorius sowie den Philosophen und Kirchenlehrer Thomas von Aquin darstellen. Der gewölbte Schalldeckel hat ein reich gestuftes Gesims und an den Ecken kleine Vasen, dazwischen Akanthuslaub und als Bekrönung den Pelikan, das Symbol für die aufopfernde Liebe. Die Unterseite des Schalldeckels schmückt die Heilig-Geist-Taube.

Das Taufbecken, aus rot-grau marmoriertem Holze hergestellt, stammt aus der Erbauungszeit der Kirche. Über dem achteckigen Balusterfuß erhebt sich ein schlichtes Kelchbecken mit einfachem Blattwerk auf dem Deckel.

Der Beichtstuhl besitzt einen modernen Aufbau mit altem Dekor: Gedrehte, korinthische Dreiviertelsäulen, Ranken und Vasen. Besonders auffallend ist die Muschelkartusche mit einer holzfigur, die den hl. Petrus darstellt.

Die Wände des Chores schmücken Holzfiguren, die die Apostel Petrus, Paulus, Jakobus, Andreas, Johannes und Matthäus darstellen. Der Künstler schuf sie im 1. Viertel des 18. Jahrhunderts. Aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts stammt die 90 cm hohe Holzschnitzarbeit “Mutter Anna mit Maria”; noch ältere Plastiken sind der Erzengel Michael und der hl. Märtyrer Sebastian.

An der Nordwand des Langhauses hängt ein stattliches Kruzifix (3. Viertel des 18. Jahrhunderts); darunter erinnert in einer Nische eine um 1610 geschaffene Pieta, auch Vesperbild oder Marienklage genannt, an das große Leid der Gottesmutter. Die trauernde Muttergottes hält den Leichnam ihres gemarterten Sohnes im Schoß und blickt schmerzerfüllt in dessen Antlitz.

Die Statue des hl. Joseph stammt aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts. Als Attribut des Heiligen erscheint hier eine aufblühende Lilie als Zeichen der Herzensreinheit.

Quelle: Festschrift zum 250-jährigen Kirchenjubiläum 1985 von Lorenz Fleiner